Schulentwicklung und PISA

Smart and SocialDie Diskussionen über notwendige Maßnahmen haben Hochkonjunktur. Die PISA Ergebnisse haben die Öffentlichkeit aufgerüttelt und die Diskussionen halten durch die internationale Vergleichbarkeit auch an.

Alles gerechtfertigt in der Intension allen den gleichen Zugang mit gleicher Qualität der Bildung zu ermöglichen, doch die Absicht hinkt gewaltig: Eltern machen sich endlich wieder Gedanken über Ihre Kinder (gut so), die Politiker schlachten das Thema zum Wahlkampf aus (ob Taten folgen ist fraglich), Universitäten schöpfen Fördergelder ab, um Bildungsforschung auf hohem Niveau zu betreiben (nur 14% kooperieren mit Einzelschulen), der Staat ergreift adoc Maßnahmen und gibt kluge Empfehmungen (ohne stichhatiges Finanzierungskonzept) und die Länder fordern eine erweiterte autonome Schule die sich selber helfen soll.

Das paradoxe ist, die staatliche Schule ist eine staatlich Institution mit allen Formalitäten und Vorschriften die Bürokratie so mit sich bringt, diesbezüglich sind Schulen also keinesfalls autonom. Die Schulen weigern sich einfach die Sandwich-Position länger zu ertragen und das mit Recht. Die ganzen klugen Vorschläge für Veränderungen sind gerechtfertigt darin sind sich auch die Schulen einig aber die finanzielle Unterstützung bleibt weitgehend aus. Forderungen und Vorschläge sind massig vorhanden: Nur 8 Jahre zum Abitur (G8), Ausbau der Schule zur Ganztagsschule, eine ökologische Schulmensa, Die Ausstattung der Unterrichtsräume mit Internet und Computer, ein professionalisiertes informationstechnologisches Netzwerk, Hausaufgabenbetreuung, Lehrerfortbildung im großen Stil, Studienreisen, Schulevaluation, […].

Alles gut und schön aber wie sollen die massiven Veränderungen Akzeptanz finden wenn keine finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden? Wo gibt es Förderprogramme für die Einzelschulen? Programme die nicht an kommerzielle Interessen der Wirtschaft gebunden sind, sondern Programme die gute und innovative Projektideen finanziell unterstützen um den Nachwuchs in unserem Land langfristig gut und standardkonform auszubilden. Es geht nicht darum Millionen zu investieren die im Nichts versacken es geht darum den Schulen punktuell Starthilfe zu geben, um sich langfristig selber helfen zu können, denn aus eigenen Mitteln ist ein solches Vorhaben nicht machbar. Um nicht Generationen chancenlos auszubilden brauchen wir zügige, durchdachte und finanziell abgesicherte Veränderungen im Schulsystem und das flächendeckend.

ergänzende Blogbeiträge:
Sind Gymnasiasten überfordert?
Das Deutsche Schulsystem an seinen Grenzen

ergänzende Beiträge:
Qualität, Schulentwicklun, Standards – Erfahrungen aus der Schweiz
Standards in der Ausbildung von Lehrkräften
Schulleitung, Schulprogramme und der Prozess der Evaluation

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